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Pfarrkirche St. Katharina

Von der Kirchstraße am Gelöbnisfest

"Bereits am 20. August 1294, also vor mehr als 700 Jahren wird die Wickerer Kirche erstmals urkundlich erwähnt und schon 1303 spricht eine weitere Urkunde von der "Pfarrei Wicker". Das Langhaus (Schiff) unserer Kirche wurde 1480 errichtet. 1814 wurde das gotische Gewölbe dieses Kirchenschiffes wegen Einsturzgefahr abgetragen. Nun wurde das Kirchenschiff um rund siebeneinhalb Meter verlängert und um rund drei Meter erhöht, ebenso wurden die Fenster erneuert. Allerdings musste der damalige Um- und Erweiterungsbau sehr schlicht ausgeführt werden, denn die Pfarrei war im Zeitalter der Französischen Revolution und anschließenden Napoleonischen Kriege sehr verarmt und trug schwer an den ihr auferlegten Kriegslasten. Von dem gotischen Bau blieben nur der gotische Chorbogen, das zierliche Sterngewölbe der Apsis im Erdgeschoss des Turmes und die Spitzbogenfenster im Chor erhalten, allerdings wurde das geschädigte Maßwerk ebenfalls entfernt. Der wehrhafte Turm ist wohl wesentlich älter als die Kirche und war vielleicht ursprünglich als Wachturm gebaut worden. Er soll auf einen römischen Wachturm zurückzuführen sein. Der Schlussstein des später in das Erdgeschoss des Turmes eingebauten Sterngewölbes trägt das Wappen der Grafen von Eppstein, unter deren Herrschaft Wicker von 1433 bis 1538 stand. Beim Um- und Erweiterungsbau von 1814 wurde zugleich ein Teil des ebenfalls baufälligen Turmes abgetragen und mit einem niedrigen Zeltdach abgeschlossen.

Unsere Kirche von Innen

Auch die neugotischen Altäre und die Ausstattung der Kirche verdient unsere Aufmerksamkeit. So gehören nach Angaben alter Unterlagen die Gottvater-Büste über dem Chorraum, die Taube im Kanzeldeckel und ein Kreuz mit lebensgroßem Korpus, das z.Zt. nicht aufgehängt ist, zu einer Dreifaltigkeitsgruppe, die einst die Hauptstücke des Hochaltars bildeten und im 18. Jahrhundert als Geschenk der Kartause in Mainz nach Wicker kam.
Im Jahre 1990 wurde die Kirche gründlich renoviert und restauriert und in den heutigen Zustand gebracht.
Auf dem Hochaltar ist neben der Kirchenpatronin St. Katharina der Hl. Johannes der Täufer zu sehen. Auf dem Seitenaltar links steht eine Marienfigur als Himmelskönigin mit 2 Engelsfiguren. Auf dem Seitenaltar rechts sehen wir den Hl. Josef und zwei kleinere Figuren, die den Hl. Franziskus und die Hl. Elisabeth darstellen.
Der Zelebrationsaltar aus rotem Sandstein wurde am 02.09.1990 eingeweiht und in die kleine Nische konnte eine Relique der Hl. Hildegard von Bingen eingesetzt werden.

Altarraum

Die Kirchenfenster wurden ebenfalls 1990 restauriert und bleiverglast. In den Medaillons - von links vorne nach hinten und rechts hinten nach vorne - sind folgende Darstellungen aus dem Leben Jesu zu sehen: Geburt Christi, Anbetung der Hl. 3 Könige, Geißelung Christi, Kreuzigung Christi, Auferstehung und Herabkunft des Hl. Geistes.
Außerdem sind folgende Statuen, in gleicher Reihenfolge wie oben zu sehen: Jesus der gute Hirte auf der Kanzelkrone, ein Missionskreuz, darunter in der Nische - ehemals Kircheneingang bis 1814, - eine Pieta. Der hl. Antonius von Padua und auf der gegenüberliegenden Seite in der Nische - hier befand sich früher noch ein Beichtstuhl - eine angedeutete kleine Taufkapelle mit altem Taufbecken mit Johannes dem Täufer. Über der Seitentür eine Ecce Homo-Figur. Weiter nach vorne sehen wir Johannes von Nepomuk und Herz Jesu. Der Kreuzweg ist eine Öldruckausführung. 
Der Ambo und der Kerzenständer für die Osterkerze ist eine Neuanschaffung bei der Restaurierung 1990.

© Katholische Kirchengemeinde St. Gallus Flörsheim am Main
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